Beschreibung AkTIMus

Laut Prof. Schäfer ist das geschenkte Replikat eine recht ordentliche Herstellung. Sie ist eine typische Trierer Darstellung, produziert in Neumagen (-Dhron), wie so viele römische Originale aus Neumagen kommen. (In Neumagen befänden sich Kopien.)

Schon aus römischer Zeit ist hier der Weinbau und Weinhandel nachgewiesen. Fund eines monumentalen Grabmals eines römischen Weinhändlers in Form eines Mosel-Weinschiffs, das von mehreren Ruderern gerudert wird und mit Fässern und Amphoren beladen ist.
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Das Original dieses Grabmals befindet sich heute im Landesmuseum Trier (und ist dort auch ein tragendes Element im großartigen Multimedia-Spektakel „Im Reich der Schatten„). Neumagen jedoch verfügt über eine Replik in Originalgröße im Dorfmittelpunkt. Neumagen ist neben Trier der bedeutsamste Fundort römischer Hinterlassenschaften an der Mosel. Die Funde aus dem 2.-4. Jahrhundert sind vielfältig und von ungewöhnlich hohem Rang und Qualität, darunter Hunderte von sehr gut erhaltenen Reliefsteinen, Denkmäler, Grabmonumente reicher Einwohner und Kaufleute, die detailierte Alltagsszenen zeigen und zu überregionaler Berühmtheit geführt haben, wie eine Frisierszene, eine Schulszene, Jagdszene, Totenmahl oder eine Szene, die eine Pachtzahlung zeigt. Hinzu kommen zahlreiche Inschriftensteine und Reliefs mit mythologischen Motiven.

Bemerkenswert ist hierbei die portraithafte Darstellung der gezeigten Personen mit individuellen, fein gearbeiteten Gesichtszügen bis hin zur detaillierten Ausarbeitung von Frisuren, Kleidung und Gesichtsausdrücken.

Das römische Neumagen – Noviomagus Treverorum – war ein römisches Kleinkastell an der Ausoniusstraße, einer Fernstraße, die von Trier durch den Hunsrück bis nach Bingen und von dort nach Mainz führte. Schon auf der römischen Reisekarte, der Tabula Peutingeriana, findet man Noviomagus als eine sichere Wegestation entlang der römischen Schnellstraße auf dem beschwerlichen Überlandweg von Trier an den Rhein.

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DIE RÖMISCHE PACHTZAHLUNG IST EIN WEITERES BERÜHMTES MOTIV, AUS DEM VIELE DETAILS, BIS HIN ZUR EINHEIMISCHEN KLEIDUNG DER BETEILIGTEN, HERVORGEHEN

Während die finsteren Wälder und Berge des Hunsrücks für den damaligen Reisenden alles andere als sicher waren und auf ihn bedrohlich wirkten, boten Kleinkastelle und bewachte Siedlungen wie Noviomagus eine sichere Übernachtungsmöglichkeit mit Essen und der Möglichkeit, Pferde zu wechseln. Sie fanden sich überall entlang des römischen Fernstraßennetzes im Abstand von je einer Tagesreise. Die Straßenführung aus dem Hunsrück ist noch heute fast identisch mit dem Verlauf in der Antike.

Die erste schriftliche Erwähnung von Noviomagus findet sich bei Decimus Magnus Ausonius in seiner Reisedichtung „Mosella“ aus dem Jahr 370 n. Chr.. Er erwähnt den Ort nach seiner beschwerlichen Anreise mit „und endlich erblickte ich Noviomagus, das berühmte Kastell des göttlichen Constantinus!“.

Das vorliegende schwere römische Replikat wird folglich aus dem 2.-4. Jahrhundert, von ungewöhnlich hohem Rang und Qualität, vielleicht ein Grabmonument reiche Kaufmanns, die detailierte Alltagsszenen zeigt, wohlmöglich ein Totenmahl (wofür der Spiegel?) . Eine bemerkenswerte Darstellung der gezeigten Personen mit individuellen, fein gearbeiteten Gesichtszügen bis hin zur detaillierten Ausarbeitung von Frisuren, Kleidung und Gesichtsausdrücken.

Der modische AkTIMus trägt einen kleinen Bart. Damit war er hoffähig zur Zeit Hadrian (117-138). (Das Weinschiff stammt von ~ 220 n.Chr.) Wahrscheinlich war es buntbemalt. In dem Auge eine Steinintarsie. Repräsentiert wird ein Stilleben, ein Tisch mit Kasserole, Krügen, wozu Spiegel. Der hervorstechende Löwe wahrscheinlich der Fuß eines Tischbeines - drückt damit einen Wohlstand aus.

Das Gesicht und die Frisur entspricht der damaligen Darstellung. (Entsprechen die lockenhaften Frisur eher dem Vorbild römischer Bürgen, weniger der Einheimischen? Offenbar sind sie aber Neumagen-typisch.

Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier

ist ein eingetragener Verein und wurde am 1. April 1801 gegründet. Der Verein gehört zu den ältesten wissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands. Zu ihren Zielsetzungen gehören die Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten, Erfindungen, nützlichen Entdeckungen und der Kultur. Schon früh traten archäologische und historische Studien in den Vordergrund des Interesses. Die archäologische Sammlung der Gesellschaft ist heute ein wesentlicher Teil des Rheinischen Landesmuseums Trier.

Neben den Gebieten der Archäologie, der Geschichte, der Volkskunde sowie der Bildenden Kunst waren auch die Naturwissenschaften, insbesondere die Geowissenschaften wie Geologie (z. B. durch Johannes Steininger), Mineralogie und Paläontologie von Bedeutung.